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Schmerzen lindern, Sterben begleiten

Jeder Mensch lebt anders und stirbt anders. Wir sind für alle da.
Für den schon lange bettlägerigen Senioren, der sich im Sterben menschlichen und seelischen Beistand wünscht, genauso wie für die junge Frau mit der fortgeschrittenen Tumorerkrankung, die mitten im Leben steht und bis zur letzten Minute ihren Familienalltag miterleben möchte.

Wir stellen uns auf Ihre Bedürfnisse ein. Dazu gehört auch, dass wir als palliativmedizinisch geschulte Fachkräfte Schmerzen so gut wie möglich lindern und so "unbeschwertere" Phasen ermöglichen wollen. Dabei geht es uns nicht um das Verlängern oder Verkürzen des Lebens, sondern einfach um das Verbessern Ihrer Lebensqualität, für die Chance, auf Ihre Art Abschied zu nehmen.

Für uns gehört Sterben zum Leben

Wir wollen, dass Sie im Sterben so gut wie möglich auf Ihrer Art weiterleben. Dass Sie lachen und weinen, reden oder schweigen. All Ihre Ängste und Hoffnungen teilen wir mit Ihnen. Denn wir wollen Ihnen das Sterben in der Geborgenheit des eigenen Zuhauses ermöglichen – als letztes Geschenk.

Wir sind da, wenn Sie selbst, Angehörige oder Freunde von Ihnen, schwer krank sind und sterben. Wir kommen zu Ihnen in Ihre Wohnung oder Ihr Haus, in Ihre Familie oder zu Ihnen alleine, und begleiten Sie in Ihrer letzten Lebensphase. Sie alleine bestimmen, wie Sie diese Phase gestalten wollen. Wir sind offen für Ihre Bedürfnisse.

Den Abschied gestalten, den Anfang wagen

Wie geht es weiter, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist? Während manche Trauernden Ablenkung in Aktivitäten suchen, vertiefen sich andere in ihre eigenen Gedanken. Wir wissen: Jeder Mensch trauert anders und jede Trauer hat ihre Zeit und ihren Ausdruck.

Wenn Sie einen Austausch mit Gleichgesinnten und neue Wege des Abschiednehmens suchen, bieten wir Ihnen dazu verschiedene Möglichkeiten. Gerne führen wir ganz persönliche, intensive Gespräche mit Ihnen alleine. Darüber hinaus freuen wir uns, wenn Sie unsere TrauerOase besuchen. Was auch immer Ihr Weg ist: Wir gehen ihn mit Ihnen.

Die Schwerpunkte unserer Arbeit

  • Wir möchten die Lebensqualität schwerstkranker Menschen erhalten und wiederherstellen, besonders in ihrer letzten Lebensphase.
  • Wir begleiten Patienten und Angehörige psychosozial und bieten verschiedene Hilfen, die Krankheit und das Sterben zu bewältigen.
  • Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besuchen Sie zu Gesprächen, unterstützen Sie bei Behördengängen, begleiten Sie bei Arztbesuchen, betreuen die Kinder und tun vieles, um pflegende Angehörige zu entlasten.
  • Wir beraten Sie als Angehörige und leiten Sie gerne ganz praktisch bei medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten an.
  • Wir führen Schmerztherapien und eine Symptomkontrolle durch.
  • Wir beraten Sie in Fragen des Sozialrechts und der Finanzen und geben Hilfestellung.
  • Wir begleiten den trauernden Menschen im Einzel-, Familien bzw. Gruppengespräch und organisieren regelmäßige Treffen wie die TrauerOase.
  • Das alles tun wir kostenlos. Ein Grund, warum wir auf Spenden und Mitarbeit angewiesen sind! Helfen Sie als Freund und Förderer, Menschen ihren letzten Willen zu erfüllen.

Weitere Angebote

In einem geschützten Rahmen mit zwei qualifizierten und erfahrenen Trauerbegleiterinnen wollen wir die Kinder unterstützen, mit der Trauer zu leben und sich nicht von ihr niederdrücken zu lassen. Unser festes Konzept hilft den Kindern, sich altersentsprechend mit den Themen Trauer und Tod auseinanderzusetzen, schmerzhafte Erfahrungen zu verarbeiten und gestärkt weiterzuleben.

Die Kindertrauergruppe findet in festen Gruppen mit jeweils 8 Terminen (einmal pro Woche) statt und  ist ein konfessionsloses Angebot. 

Kosten: 30 € für das Kreativmaterial

Eine Infoveranstaltung für Eltern bzw. Bezugspersonen findet vorab in den Räumlichkeiten des Hopizdienstes in der Steinstraße 30 in Meschede statt. Eine vorherige Anmeldung ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Infoveranstaltung.

Anmeldung bei Leitung Verena Heimes unter 0291/9021158 oder ahpp@caritas-meschede.de

Unsere TrauerOase ist ein offenes Angebot für Menschen, um
...sich zu erinnern.
...zu lachen und zu weinen.
...gemeinsam weniger einsam zu sein.
… sich auszutauschen
… gemeinsam aktiv zu werden.

Jeder Mensch trauert auf seine ganz individuelle Art und doch gibt es Gemeinsamkeiten. Die Begegnung mit Menschen in ähnlicher Situation kann sehr hilfreich sein. Unsere haupt- und ehrenamtlichen Trauerbegleiter:innen unterstützen Sie gern ein Stück auf Ihrem ganz persönlichen Trauerweg. Wir beginnen häufig mit einem kurzen thematischen Impuls, der den Austausch miteinander erleichtert.

Wir treffen uns jeden 1. Mittwoch des Monats von 18.00 – 19.30 Uhr in den Räumlichkeiten des ambulanten Hospizdienstes, Steinstr. 30, 59872 Meschede.

Eine vorherige telefonische Anmeldung würde uns freuen, ist aber keine Voraussetzung.

Unsere Angebote sind offen für jeden, unabhängig von Konfession und Weltanschauung.

Wir geben unser Wissen gern weiter und bereiten ehrenamtliche Helfer:innen wie auch Angehörige auf die Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen vor.

Zu unserem kostenlosen Angebot gehört das Seminar für Hospizbegleitung und auch der Kurs "Letzte Hilfe - das 1x1 der Sterbebegleitung". Interessierte können sich jederzeit bei uns melden. 

Zudem bieten wir auch Schulung und Vorträge an in verschiedenen Einrichtungen, Vereinen oder Verbänden zu Themen rund um Tod, Sterben und Trauer - sprechen Sie uns bei Bedarf gerne an. 

Hospiz macht Schule

Projekt für Grundschulkinder

Die Gemeinschaft in der Trauer - ein Bericht von Clara-Marie Entian

Krankheit, Leid und Sterben. Themen, über die viele Menschen nicht gerne reden und Themen, die gleichzeitig doch so wichtig sind. Besonders Kinder werden von dem Tod und der Trauer ferngehalten. Warum sterben Menschen? Und wie ist das, wenn jemand stirbt? Eine Antwort auf diese Frage ist für junge Menschen oft nicht greifbar und unerklärlich.

Um bereits in jungen Jahren über so sensible Themen zu sprechen, gibt es das Projekt „Hospiz macht Schule“. Hinter dem Projekt stehen sieben ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen vom Ambulanten Hospizdienstes des Caritasverbandes Meschede e.V. Sie besuchen die Kinder in der Schule und tauschen sich eine Woche lang über das Sterben und den Tod aus. Aber nicht nur über den Tod selbst, sondern auch über die vielen anderen Dinge die zum Sterben dazugehören.

Viertklässler sind begeistert

An der St. Johannes Grundschule in Wehrstapel wurde das Projekt in der 4. Klasse dort schon ein paar Mal durchgeführt und ist auch dieses Mal von viel Begeisterung und Interesse angenommen worden.

Wie so eine Woche von „Hospiz macht Schule“ aussieht? Bunt, offen und voller Gefühle.

Feste Rituale
Im Klassenraum beginnt jeder Tag mit einem festen Ritual. In einem großen Stuhlkreis setzten sich die Kinder zusammen und singen ein gemeinsames Lied. Das Lachen der Kinder ist dabei kaum zu übersehen und die Vorfreude auf den Tag groß. Nach der gemeinsamen Begrüßung wird noch einmal kurz über den gestrigen Tag gesprochen. Denn die Hospizbegleiterinnen legen sehr viel Wert darauf, dass jedes Kind seine Gefühle offen anspricht und sie mit den anderen teilt. Denn wer gemeinsam lachen kann, darf auch gemeinsam weinen. Und sie sind immer wieder aufs Neue ganz überrascht, wie leicht es den Kindern fällt über ihre Emotionen zu sprechen, aber auch ihre Berührungspunkte mit dem Thema Sterben mit den anderen zu teilen.

Fünf Schatzkisten
Ein Blick in die Mitte des Stuhlkreises zeigt die Themen der Projektwoche. Fünf große, bunte Schatzkisten liegen auf dem Boden, denn jeden Tag wird über ein anderes Thema gesprochen. Angefangen mit Werden und Vergehen, geht es anschließend weiter mit Krankheit und Leid, Sterben und Tod, vom Traurig sein bis hin zum Trösten und getröstet werden. Bei der Frage wer die heutige Schatzkiste öffnen möchte, sind nach wenigen Sekunden fast alle Hände oben. Ein Blick auf die Gegenstände in der Kiste zeigt: heute geht es um das Thema Sterben und Tod. Um den Kindern gerecht zu werden, ist die Projektwoche sehr vielfältig gestaltet. Neben dem Zuhören sollen sich die Kinder vor allem selber an die Themen annähern. Und deswegen wird gemalt, gebastelt, getanzt, sich ausgetauscht und kleine Filme angeschaut.

Von Wolken und goldenen Toren
Beim Thema Sterben und Tod unterhalten sich die Kinder ganz offen darüber, wie sie sich das Leben nach dem Tod vorstellen. „Vielleicht gibt es da oben ein goldenes Tor, da geht man durch und dann ist man Himmel“, beschreibt ein Kind. Ein anderes erzählt: „Jeder hat so eine Wolke und darauf steht ein Haus“. Die Bilder mit ihren Vorstellungen vom Himmel könnten vielfältiger nicht sein. Gemalt wurden Wolken, auf denen Häuser stehen, ein großes Tor, Menschen, die sie bereits verloren haben und natürlich durfte auch ein Schokoladenland nicht fehlen. Und schaut man sich die Bilder der Kinder an, ist das der beste Beweis dafür, dass sie sich schon in ihrem jungen Alter Gedanken über das Sterben gemacht haben und kein Problem damit haben, sie mit den anderen zu teilen.

Ein Fest zum Abschluss
Zum Ende der Projektwoche steht eine ganz besondere Aktion an. Gemeinsam mit den Hospizbegleiterinnen besuchen die Kinder einen Friedhof. Denn auch das ist ein Ort, über den ganz offen gesprochen werden sollte. Beendet wird der Tag mit einem gemeinsamen Fest. Die Kinder haben ihre Eltern eingeladen, um ihnen ihre Ergebnisse der Woche vorzustellen. Mit einem letzten Tanz, tanzen die Kinder die Last der letzten Tage ab. Ganz klein angefangen, werden sie zum Ende hin immer größer und stärker. Und genau das will „Hospiz macht Schule“ den Kindern mitgeben. Der Tod gehört zum Leben dazu und Traurig zu sein ist etwas ganz Normales. Jeder darf seine Emotionen offen zeigen und sie mit seinen Mitmenschen teilen. Denn darin liegt wahre Stärke.

Ambulantes Hospiz und Palliativpflege
Steinstr. 30, 59872 Meschede

Verena Heimes
Ambulantes Hospiz und Palliativpflege

Telefon  0291 - 9021-158
Mobil 0151 - 29809648
Fax 0291 - 9021-161
ahpp(at)caritas-meschede.de

#Über uns

Natürlich kennen Sie die Caritas, den Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche Deutschlands. Hierzu gehört auch der Caritasverband Meschede e.V. Seit 1946 sind wir in den Gemeinden und Städten Bestwig, Eslohe, Meschede und Schmallenberg aktiv. Wir haben viele Angebote für Familien, Kinder, Jugendliche, Migranten, Menschen mit Behinderungen und Senioren.

Unter den Stichworten:
Pflegen - Fördern - Helfen - Beraten
haben wir unsere Angebote zusammengefasst.

Pflegen

Krank sein und alt werden gehören zum Leben. Mit unseren Pflegeangeboten sorgen wir dafür, diese Lebensphase zu meistern.

Fördern

Wir fördern Kinder und Jugendliche in vielen unserer Einrichtungen. Menschen mit Handikaps werden in ihrer Lebensituation gestützt.

Helfen

Wir helfen vielseitig. Unsere Tafel, die Kleiderkammer und auch unsere ehrenamtlichen Helfer stehen allen Menschen zur Verfügung, die Hilfe benötigen.

Beraten

Wenn man nicht mehr weiter weiß: Warum nicht mal jemand fragen, der sich auskennt? Fragen Sie in unseren Beratungsstellen nach.