URL: www.caritas-meschede.de/verband/termine/tanz-mit-tod-im-leben-057eab5d-0a17-42be-891c-34b878832585
Stand: 10.04.2018
  • 11. September 2018  - 

  • 23. Oktober 2018

Tanz mit Tod im Leben

TANZ mit TOD im Leben…
Ein Plädoyer für das Leben
in einer multimedialen interdisziplinären Ausstellung
globaler Mythen, Rituale, Lebens- und Todesbetrachtungen.

Eröffnung 11.9.2018 in der Eingangshalle der FH in Meschede
„Sich der Wahrheit anzunähern schafft Kunst viel signifikanter als eine skrupellose Darstellung der Realität.“ (Ralf Schmerberg)
Den Tod können wir ignorieren, derartig verdrängt verkennen wir aber seine Bedeutung für ein erfülltes Leben. In allen Kulturen finden wir vielgestaltige Rituale, Schriften und Vorstellungen über das Sterben, wenn wir uns dem Thema annähern: In Musik, Bildern, Skulpturen, Fotos, Texten, Filmen etc.
Mythos, Tod und Totentanz: Bilder vom tanzenden Tod und seiner bis in frühe Epochen zurückreichenden Tradition sind bis heute von ungebrochener Faszination. Im Mittelalter erreichte das Sterblichkeitsbewußtsein seinen Höhepunkt und fand einen ganz neuen Ausdruck im Motiv des Totentanzes. Auch wenn die Bildsprache höchst unterschiedlich von humorvoll bis skurril zu bitterernst reicht, das Motiv ist stets dasselbe und hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren: Der Tod bittet alle zum Tanz, unabhängig von Stand, Besitz und Ansehen.
Der Tod wird digital: Im Mittelpunkt dieser Ausstellung und deren multimedialen Darstellungen steht der künstlerische Umgang des Menschen mit seiner Sterblichkeit, insbesondere mit zeitgenössischen Bezügen. Heute sind Sterben und Tod zwei der größten Tabuthemen. In einer Welt, die von ewiger Jugend träumt und in der neue Begriffe, wie „Selbstoptimierung“ geboren werden, scheint der Tod keinen Platz mehr zu haben. Dass dieser sich davon nicht beeindrucken lässt, ist offensichtlich und wer ihm begegnet, macht sich auf die Suche nach neuen Antworten auf alte Fragen.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit bietet dieses Projekt neben dem Einblick in einige Sterbe- und Bestattungsrituale die Möglichkeit, Mythen, Rituale, historische Kunstdarbietungen sowie zeitgenössische und interdisziplinäre Kunstformen durch seine offenen Inhalte als Allegorien von Totentänzen zu begreifen.

Mit künstlerischem Anspruch will diese Installation nicht nur den momentan sterbenden Menschen unseres Kulturkreises, ihren Angehörigen und den vielen ehrenamtlichen Sterbebegleitern, sondern auch und gerade den „mitten im Leben Stehenden“ eine wenn auch sanfte, aber durchaus hedonistische Umgangsweise mit Sterben und Tod ermöglichen, um Sterben und Tod ihre Wucht zu nehmen und somit unsere Angst davor zu mildern. „Tanz mit Tod im Leben…“ darf metaphorisch betrachtet auch mit Lebensfreude in Zusammenhang gebracht werden. Also schalten wir um von Todesbetrachtung auf Lebensbetrachtung, welche in ihrer Einfachheit alles Beiwerk subtrahiert und nur noch den Kern sucht.

© 2018 Ulrich Rützel, Initiator und künstlerischer Leiter
Für den Hospiz- und Palliativdienst Meschede, Ansprechpartnerin Frau Anita Wiese
In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Südwestfalen, Meschede, Prof. Dr. Stephan Breide