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Stand: 10.04.2018

Pressemitteilung

„Niemand kann ständig stark sein“

„Niemand kann ständig stark sein“Rät Alleinerziehenden, sich nicht mit krankmachenden Alltagssituationen abzufinden: der Paderborner Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig Foto/cpd

 Der Diözesan-Caritasverband Paderborn ruft zum Muttertag insbesondere Alleinerziehende dazu auf, sich nicht mit krankmachenden Alltagssituationen abzufinden. „Niemand kann ständig stark sein“, betont Diözesan-Caritasdirektor Josef Lüttig. „Wer sich nur noch durch den Alltag schleppt, sollte schleunigst handeln.“ Lüttig ermutigt Betroffene, insbesondere das Angebot von Mütter-/Vater-Kind-Kuren zu nutzen. Die Belastungen von Alleinerziehenden seien weitaus höher als in Familien mit zwei Elternteilen. Hinzu kämen materielle Sorgen. So müsse mehr als die Hälfte der alleinerziehenden Mütter mit Kindern unter drei Jahren mit weniger als 1.100 Euro pro Monat auskommen.

Der Anteil an Alleinerziehenden in Mutter-/Vater-Kind-Kuren ist 2017 auf 26 Prozent gesunken, wie aus der Jahresstatistik des Müttergenesungswerkes hervorgeht. In den Vorjahren lag diese Quote stets deutlich über 30 Prozent. „Angesichts der besonderen physischen und psychischen Belastung von Alleinerziehenden ist dies keine gute Nachricht“, betont Lüttig. Möglicherweise scheuten viele Betroffene auch den zeitlichen und bürokratischen Aufwand, eine Kurmaßnahme zu beantragen. Genau hier komme die Kurberatung in den örtlichen Caritasverbänden in Spiel. „Die Beratungsstellen helfen von der ersten Fragestellung, ob man überhaupt kurbedürftig ist, bis hin zu Widersprüchen gegen Ablehnungen durch die Kassen.“ Letztere seien gerade in NRW mit neun Prozent erfreulich gering. Und selbst in solchen Fällen hätten zwei Drittel aller Widersprüche Erfolg.

Die Kosten einer Mutter-/Vater-Kind-Kur werden ebenso wie eine Mütter-/Väter-Kur von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Allerdings hätten Familien mit geringem Einkommen teilweise Probleme, die Nebenkosten einer Kur, den Eigenanteil oder die Gepäckkosten aufbringen zu können. Hier helfen Sammlungsmittel des Müttergenesungswerkes, die über die Beratungsstellen der Caritas beantragt werden können. Lüttig: „Erfreulicherweise spenden im Erzbistum Paderborn wieder mehr Menschen für die Aufgaben der Müttergenesung.“ Im Bereich der katholischen Trägerverbände sind im Vorjahr mehr als 46.000 Euro gesammelt worden, 5.400 Euro mehr als 2016. Im vergangenen Jahr wurden in den 24 Beratungsstellen der Caritas im Erzbistum Paderborn rund 4600 Frauen und Männer beraten, etwa 2000 Mütter oder Väter fuhren mit ca. 3000 Kindern in die Reha-Maßnahmen.